Rund 200 ZIM-Netzwerkmanagerinnen und -manager, ihre Netzwerkpartner sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Wirtschaft und Forschung nutzten die ZIM-Netzwerkjahrestagung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) als zentrale Plattform für Austausch und Kooperation. Im gemeinsamen Dialog wurde deutlich, wie gezielte Normung und Standardisierung wesentliche Marktvorteile schaffen und Innovationen schneller in die Anwendung bringen. Die Beiträge aus Netzwerken und Ausstellung verdeutlichten zudem, welche Chancen sich daraus insbesondere für kleine und junge Unternehmen ergeben – und wie ZIM diesen Prozess wirkungsvoll unterstützt.
Gitta Connemann: „ZIM unterstützt dabei, exzellente Innovationen in den Markt zu überführen“
Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung des „Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand“ für Netzwerke als Geburtsstätten von Innovationen und Technologietransfer: „Das ZIM als Flaggschiff der Bundesregierung erleichtert den Zugang zu Innovationen und bringt den Mittelstand aktiv in Standardisierungs- und Normungsprozesse ein. ZIM unterstützt auch dabei, exzellente Innovationen in den Markt zu überführen und gleichzeitig die Internationalisierung zu fördern: unbürokratisch, schnell und zielgenau.“
Die Vielfalt der themen- und technologieoffenen Förderung demonstrierten Vertreterinnen und Vertreter der ZIM-Innovationsnetzwerke „openBIMbiotop“, „PLaNet“ und „Predict – Spatial Computing“ auf der Bühne und berichteten von ihren positiven Projekterfahrungen hinsichtlich Normung und Standardisierung. Weitere ZIM-Netzwerke präsentierten ihre Ergebnisse in der flankierenden Ausstellung. Die Teilnehmenden konnten sich dort auch zu weiteren Förderprogrammen und Maßnahmen des Bundes wie dem „Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP)“, dem Programm „go-cluster“, Mittelstand-Digital Zentrum Berlin und dem RKW Kompetenzzentrum informieren.
In ihrem Impulsvortrag „Normung – der strategische Schlüssel zum Markt“ zeigte Alexandra Horn, Abteilungsleiterin Expertengewinnung und Kooperationen beim Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN) die Bedeutung von Normen und Standardisierung. Diese können für KMU einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil auf nationalen und internationalen Märkten darstellen. Gemäß dem Zitat von Werner von Siemens: „Wer die Norm setzt, hat den Markt.“ Sie ermutigte mittelständische Unternehmen dazu, sich frühzeitig in Normungsprozessen einzubringen und zeigte, wie der DIN e.V. dabei unterstützen kann.
„Normung ist ein Mosaikstein für den erfolgreichen Transfer von der Forschung in den Markt“
In der anschließenden Podiumsdiskussion tauschten sich die Teilnehmenden zu den Herausforderungen und Chancen von Normierung und Standardisierung insbesondere für mittelständische Unternehmen aus.
Es diskutierten:
- Tanja Alemany Sanchez de León, Leiterin der Unterabteilung Innovative Wirtschaft des BMWE
- Alexandra Horn, Abteilungsleiterin Expertengewinnung und Kooperationen beim DIN e.V.
- Heinz Kölzer, AGT Akademie für Gestaltung und Technologie GmbH
- Janina Bolling, SPECTARIS – Deutscher Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik e.V.
- Prof. Dr. Dirk Winkler, stellvertretender Direktor der Abteilung Neurochirurgie des Universitätsklinikums Leipzig
Einig waren sich die Teilnehmenden darin, dass die Perspektive der mittelständischen Unternehmen insbesondere für eine noch bessere Etablierung von Normen in der Förderlandschaft stets im Blick behalten werden muss. Die existierenden Förderprogramme griffen jedoch bereits gut ineinander und ergänzen sich gegenseitig. Deutlich wurde die Relevanz von Normen auch für kleine und junge Unternehmen; die ZIM-Durchführbarkeitsstudien helfen dabei insbesondere Start-ups, diesen Aspekt frühzeitig zu berücksichtigen. Klar wurde auch, dass die Netzwerkmanagenden wichtige Brückenbauer beim Einbinden von Normen für mittelständische Unternehmen sind.
Am Nachmittag hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich an Wissensinseln und Ausstellungsständen zu den zentralen Themen der Tagung zu informieren. Auf sehr großes Interesse stieß insbesondere die Vorstellung der „Förderzentrale Deutschland (FZD)“. Interessierte konnten hier Fragen zur Antragstellung und zum Portal stellen.
Vier Wissensinseln luden zum interaktiven Austausch ein:
- Deutsches Institut für Normung e.V. (DIN): Genormt oder nicht genormt?
- Forum Digitale Technologien (FDT)
- „WIPANO – Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen“
- „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ mit Vorstellung der „Förderzentrale Deutschland“, internationaler Kooperationen und einem ZIM-Quiz
Zum Abschluss der Veranstaltung resümierte die Leiterin des Referats Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM); Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP) Andrea Jünemann, dass die Tagung sich als wichtige Plattform für Austausch und Wissenstransfer etabliert hat. Sie verwies auf die in 2025 erfolgreich eingeführte neue ZIM-Richtlinie und die Vorteile, die sich daraus insbesondere für kleine und junge Unternehmen ergeben haben.
Beim Blick in die Praxis wurde für sie besonders deutlich, welch großes Potenzial die Themen Standardisierung und Normung auch für die ZIM-Innovationsnetzwerke und die Wettbewerbsfähigkeit der Netzwerkpartner haben können.