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Schwerpunktstudie Digitale Souveränität: Herausforderungen aus Sicht der Unternehmen

Deutsche Unternehmen haben zwar die Bedeutung digitaler Souveränität erkannt, nehmen aber gleichzeitig weiterhin starke Abhängigkeiten von nicht-europäischen Anbietern oder Partnern, insbesondere aus den USA, wahr.

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2024: Digitale Souveränität

Digitale Souveränität: Deutsche Unternehmen sehen Handlungsbedarf

Deutsche Unternehmen haben zwar die Bedeutung digitaler Souveränität erkannt, nehmen aber gleichzeitig weiterhin starke Abhängigkeiten von nicht-europäischen Anbietern oder Partnern, insbesondere aus den USA, wahr. Das ergab eine repräsentative Befragung von 1.200 Unternehmen aus der Informationswirtschaft und dem Verarbeitenden Gewerbe durch das ZEW Mannheim im Rahmen einer Studie für das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Die Studie beleuchtet aktuelle Herausforderungen im Hinblick auf die digitale Souveränität in Deutschland. Dabei beschreibt der Begriff „digitale Souveränität“ die Fähigkeit, die digitale Transformation mit Blick auf Hardware, Software, Dienstleistungen sowie Kompetenzen selbstbestimmt zu gestalten. Dies bedeutet in Bezug auf digitale Technologien und Anwendungen selbstständig entscheiden zu können, inwieweit eine Abhängigkeit von Anbietern und Partnern eingegangen oder vermieden wird.

Die Befragung zeigt, dass digitale Souveränität für rund die Hälfte der Unternehmen in der Informationswirtschaft sowie im Verarbeitenden Gewerbe von hoher bis sehr hoher Bedeutung für den Erfolg des eigenen Unternehmens ist. Als Merkmale mit der höchsten Relevanz für digitale Souveränität werden von den Unternehmen in der Informationswirtschaft sowie im Verarbeitenden Gewerbe am häufigsten die Datenhoheit sowie die Interoperabilität und Modularität von IT-Systemen genannt.

Abhängigkeiten bei zentralen digitalen Technologien

Jeweils mehr als 80 Prozent der Unternehmen beider Wirtschaftszweige geben an, sich bei mindestens einem der abgefragten Technologiefelder abhängig von nicht-europäischen Anbietern oder Partnern zu fühlen. Insbesondere im Bereich Software und Anwendungen zeigen sich die befragten Unternehmen häufig sehr abhängig von nicht-europäischen Anbietern oder Partnern. Zudem bestehen bei einer Reihe weiterer digitaler Technologien Abhängigkeiten, beispielsweise bei Hardware und Infrastruktur, IT-Sicherheitstechnologien und Digitalen Plattformen. Aber auch im Bereich Künstliche Intelligenz nehmen die Unternehmen, insbesondere in der Informationswirtschaft, Abhängigkeiten wahr. So geben 52 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft an, sich beim Thema generative KI (z.B. ChatGPT) zumindest etwas abhängig von nicht-europäischen Anbietern oder Partnern zu fühlen.

Mangel an europäischen Alternativen und technologische Überlegenheit als Gründe für Abhängigkeiten

Mit einem Anteil von 82 Prozent der Unternehmen wird in der Informationswirtschaft der Mangel an europäischen Alternativen als häufigster Grund für bestehende Abhängigkeiten des eigenen Unternehmens von nicht-europäischen Anbietern oder Partnern genannt. Zudem sehen knapp drei Viertel der Unternehmen in der technologischen Überlegenheit des Anbieters einen der Gründe für ihre Abhängigkeit. Im Verarbeitenden Gewerbe kehrt sich die Rangfolge um und 74 Prozent verweisen auf die technologische Überlegenheit des Anbieters, während 70 Prozent den Mangel an europäischen Alternativen als Grund anführen. Weiterhin spielen in beiden Branchen hohe technologische Wechselhürden, sogenannte Lock-in Effekte, eine zentrale Rolle. 58 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft geben diese als Grund für ihre bestehende Abhängigkeit an, was einer Verdopplung gegenüber dem Wert aus dem Jahr 2021 entspricht.

Sorge um potenzielle zukünftige Abhängigkeiten von China

Bei der Beurteilung der Abhängigkeit von Anbietern und Partnern aus ausgewählten Ländern zeigt sich in der Informationswirtschaft und im Verarbeitenden Gewerbe ein vergleichbares Bild. Gegenwärtig bestehen vornehmlich Abhängigkeiten von Anbietern und Partnern aus den USA. Die Abhängigkeit von Anbietern und Partnern aus China bzw. dem sonstigen außereuropäischen Ausland ist derzeit eher gering. Jedoch blickt ein Großteil der Unternehmen mit großer Sorge auf potenzielle zukünftige Abhängigkeiten von China. So geben 46 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft an, große Sorge vor zukünftigen Abhängigkeiten von Anbietern oder Partnern aus China zu haben. Im Verarbeitenden Gewerbe beträgt dieser Anteil 50 Prozent der Unternehmen.

Zur Studie

Aufbauend auf einer repräsentativen Befragung von 1.200 Unternehmen aus der Informationswirtschaft und dem Verarbeitenden Gewerbe beleuchtet die Studie, in welchen Technologiefeldern Unternehmen in Deutschland eine Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern / Partnern wahrnehmen, was die Ursachen dafür sind und wie Unternehmen ihre eigene Abhängigkeit sowie die der deutschen und der europäischen Wirtschaft als Ganzes bewerten. Durch einen Vergleich der aktuellen Umfrageergebnisse mit einer Erhebung aus dem Jahr 2021 ermöglicht die Studie darüber hinaus Einschätzungen dazu, inwieweit sich unternehmensrelevante Faktoren beim Thema Digitale Souveränität entwickelt haben.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

Schwerpunktstudie Digitale Souveränität

18.10.2024

Publikationen: Digitale Souveränität: Herausforderungen aus Sicht der Unternehmen (2024)

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